Sachbezug PKW – Änderungen ab 2017 beim KFZ-Sachbezug für Firmenautos

Steuerreform beim Thema Dienstwagen – Sachbezug PKW

Die Privatnutzung von Firmenwagen an sich ist im österreichischen Arbeitsrecht nicht geregelt. Allerdings hat die private Nutzung des Dienstwagens sehr wohl arbeitsrechtliche, steuerrechtliche und sogar sozialversicherungsrechtliche Konsequenzen. Sowohl für Arbeitnehmer als auch vor allem für Unternehmer ist es wichtig, alle einzelnen Vorschriften genau zu kennen. Dies gilt umso mehr vor dem Hintergrund, dass es im Jahr 2016 eine große Gesetzesänderung der Regelungen zum Thema „Sachbezug PKW“ gab.

PKW Sachbezug – Gesetzliche Lage bis 2016

Doch zunächst ein Blick auf bisherige Regelungen, die bis Ende 2015 galten. Dabei war die Privatnutzung des Firmenwagens grundsätzlich als ein Teil des Entgeltes angesehen, also des Lohns oder Gehalts. Diesen sogenannte geldwerten Vorteil müssen Arbeitnehmer und Unternehmen als Sachbezug dem Entgelt zurechnen, was dieses gleichzeitig zu einem Teil der Bemessungsgrundlage für die Sozialversicherungsbeiträge macht. Berechnet wurde dabei wie folgt:

  • Ein geldwerter Vorteil durch die Privatnutzung wurde grundsätzlich mit 1,5 % der Anschaffungskosten berechnet.
  • Es erfolgte dabei eine Berücksichtigung im Rahmen der Lohnverrechnung als monatlicher Sachbezug. Als Höchstgrenze legte der Gesetzesgeber bis Ende 2015 720 Euro pro Monat fest – unabhängig vom CO2-Ausstoß des Firmenwagens.
  • Eine Ausnahme galt, wenn der Dienstwagen nachweislich (!) lediglich 500 Kilometer oder weniger im Monat für Privatfahrten benutzt. Dann halbieren sich sowohl die Obergrenze als auch der Wert des Sachbezugs an sich.
  • Als Nachweis für die geringe Nutzung war und ist noch immer ausschließlich ein lückenlos geführtes Fahrtenbuch gültig, das alle Privat- und Dienstfahrten aufzeichnet.

Umfangreiche Neuregelungen beim Sachbezug ab 2016

Soweit die recht einfache und unbürokratische Rechtslage bis 2016. Im vergangenen Jahr entschied sich der Gesetzesgeber allerdings dazu, das Thema „Sachbezug Firmenwagen“ grundlegend zu reformieren. Der Grund hierfür lässt sich an einem Zitat von Horst Köhler festmachen, das bereits im Rahmen der ADAC Preisverleihung Gelber Engel bereits im Jahr 2010 festgehalten wurde:

„Die Zukunft gehört dem, der als Erster die Kraft der Sonne in den Tank packt, mit Wasserstoff überholt oder CO2-frei vorankommt.“

Etwas formeller ausgedrückt möchte die Bundesregierung bewirken, dass in Österreich vermehrt emissionsfreie und elektronisch betriebene Autos zum Einsatz kommen. Schon seit dem 01.01.2016 berechnet sich der geldwerte Vorteil von Dienstwagen daher nicht mehr auf Basis der vormaligen Pauschale, sondern auch aufgrund des CO2-Emissionswert. Der Gedanke: Klimasünder sollen bestraft und Nutzer von E-Autos begünstigt werden.

Sachbezug Dienstwagen: Alle Berechnungsgrundlagen und Neuerungen im Überblick

  1. Berechnet wird der geldwerte Vorteil ab sofort auf Basis der CO2-Emissionen, wobei die magische Grenze hierfür derzeit bei 127 Gramm liegt. Bis 2020 wird sie allerdings schrittweise auf 118 Gramm gesenkt.
  2. Oberhalb dieser Grenze gilt ein Sachbezug von 2 % der Anschaffungskosten, statt wie bisher nur 1,5 %. Wenn kein Emissionswert vorliegt, ist dieser Wert ebenfalls anzusetzen. Auch die Obergrenze der Bemessung für die PKW-Nutzung wurde um 140 Euro auf 960 Euro pro Monat erhöht.
  3. Wer den PKW weniger als 500 Kilometer im Monat privat nutzt, kann aber noch immer nur den halben Sachbezug als geldwerten Vorteil verbuchen. Dieser liegt jetzt entsprechend bei 1 % der Anschaffungskosten bzw. maximal 480 Euro pro Monat.
  4. Unterhalb der Grenze gilt nicht etwa eine Vergünstigung, sondern der alte Sachbezug von 1,5 % der Anschaffungskosten, wobei maximal 720 Euro im Monat anzusetzen sind. Entsprechend liegt der halbe Sachbezug weiterhin bei 0,75 % bzw. maximal 360 Euro.

Was bedeutet dies konkret für Inhaber von Dienstwagen? Liegt der Emissionsausstoß bei über 130 Gramm, so ist die Nutzung seit 2016 deutlich teurer. Wenn der Wert zwischen 118 und 130 Gramm liegt, sollte in den kommenden Jahren über eine Neuanschaffung nachgedacht werden. Denn die Obergrenze sinkt bis 2020 kontinuierlich, weshalb Inhaber eines Dienstwagens in Zukunft in die „2-Prozent-Sachbezug-Kategorie“ fallen könnten.

PKW-Nutzung: Firma sollte auf E-Autos setzen

Ebenfalls neu ist die Regelung von Sachbezügen von Elektroautos. Schließlich ist es das Ziel der Bundesregierung, diese vermehrt auf die Straße zu bringen. Seit 2016 liegt der Sachbezug für Autos ohne CO2-Ausstoß bei „Null“ – der geldwerte Vorteil muss also nicht in der Steuererklärung angegeben werden. Hunderte Euro lassen sich dadurch pro Jahr im Rahmen sparen, wenn es sich beim Firmenwagen um eines der folgenden Modelle handelt:

  • Elektroauto mit Elektromotor
  • PKW, der mit Wasserstoff betrieben wird

Hybridfahrzeuge und Elektro-Krafträder sind hingegen ausdrücklich nicht von dieser Ausnahme erfasst und müsse auf herkömmlichem Wege versteuert werden.

Der Vorteil an der Regelung: Nicht nur der Arbeitnehmer kann viel Geld sparen, sondern auch der Arbeitgeber. Wenn beispielsweise der BMW i3 (reines Elektroauto) als Firmenauto angeschafft wird, spart sich der Arbeitnehmer jährlich bis zu 3.000 Euro an Steuern – sofern der Grenzsteuersatz bei 50 % liegt. Beim Arbeitgeber fallen dadurch Lohnnebenkosten von rund 600 Euro weg.

Sachbezug für Poolautos

Einen Einfluss hat die Reform auch auf sogenannte Poolautos. Grundsätzlich erfolgt die Berechnung des geldwerten Vorteils noch immer auf Basis des Durchschnittswerts der Anschaffungskosten aller vom Arbeitnehmer nutzbaren Fahrzeuge. Jetzt müssen allerdings unterschiedliche Prozentsätze für die genaue Kostenaufstellung einbezogen werden, wenn beispielsweise ein Auto mit einem Ausstoß über 127 Gramm und eines unter dem Grenzwert genutzt wird. Im Detail kann diese Berechnung sehr komplex sein, weshalb an dieser Stelle nicht weiter hierauf eingegangen werden soll.

Wichtig ist: Bei Maximalbetrag wird kein Durchschnittswert errechnet. Überschreitet eines der Fahrzeuge den zulässigen Grenzwert von 127 Gramm bzw. die bis 2020 vorgesehenen Herabstufungen, so lieg der maximale geldwerte Vorteil bei 960 Euro.

Wie sieht es mit dem Fahrtenbuch aus?

Im Rahmen der Steuerreform ist das Fahrtenbuch praktisch komplett unangetastet geblieben. Noch immer gilt, dass ein lückenlos geführtes und korrektes Fahrtenbuch die Grundlage für den Sachbezug bildet. Nur so ist es möglich, eine Ausnahmeregelung beim Sachbezug aktiv zu nutzen.

Wichtig: Laut Ansicht des Gesetzgebers reicht es für die Inanspruchnahme der Ausnahmeregelung nicht aus, wenn die Privatnutzung vertraglich verboten, zeitgleich aber durch den Arbeitgeber geduldet ist. Nachweislich muss der Arbeitgeber für die Wirksamkeit seines Verbotes oder der jeweiligen Einschränkungen sorgen. Dies kann etwa dadurch geschehen, dass der Arbeitnehmer zur Führung eines Fahrtenbuchs verpflichtet wird. Um dieses kommen Inhaber von Dienstwagen also auch in Zukunft nicht herum.

Fazit: Tausende Euro sparen durch Nutzung eines Elektroautos

Bis 2016 wurden alle Firmenwagen bezüglich des Sachbezugs gleich behandelt. Als geldwerter Vorteil mussten 1,5 % der Anschaffungskosten angegeben werden, wobei bei einer nachweislichen Privatnutzung von unter 500 Kilometer lediglich die Hälfte des Werts angesetzt wurde. Dieser Prozentsatz gilt seit 2016 nur noch für Fahrzeuge, die CO2-Emissionen von weniger als 130 Gramm ausstoßen. Bis 2020 verringert sich die Grenze sogar auf dann nur noch 118 Gramm. Sollte der eigene Dienstwagen diese überschreiten, werden ab sofort 2 % der Anschaffungskosten als geldwerter Vorteil in der Steuer angesetzt. Besser sieht es hingegen aus, wenn sich der Arbeitgeber zur Anschaffung eines elektrischen Firmenwagens entscheidet. Dann verzichtet der Gesetzgeber vollständig auf den Sachbezug, was hunderte oder gar tausende Euro an Steuern sparen kann.

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